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BERYLLS STUDIE M&A 2017
26. November 2018
BERYLLS STUDIE AFTERSALE
16. Januar 2019
PRESSE

BERYLLS M&A STUDIE 2017.

ZUKÄUFE ALS SCHLÜSSEL ZUR DIGITALEN TRANSFORMATION.

  • Berylls Strategy Advisors analysiert in einer aktuellen M&A-Studie 257 Firmenübernahmen aus dem Jahr 2017 in der Automobilindustrie.
  • Automotive-Unternehmen mit einem Gesamtumsatzwert von 41,4 Milliarden Euro aus der DACH-Region wurden ver- und gekauft.
  • 35 Prozent aller untersuchten Transaktionen entfallen auf Automotive Unternehmen mit digitalem Geschäftsmodell.
  • Deutsche Unternehmen mit klassischem Portfolio stehen auch 2017 ganz oben auf der Einkaufsliste internationaler Käufer.
  • Der „Enterprise Value“ genannte Unternehmenswert beim Kauf von Automotive-Unternehmen steigt, Berylls sieht 2018 als weiteres Verkäuferjahr.
München, 06. 12. 2018 – „Die Automobilindustrie rüstet sich mit Zukäufen für die digitale Zukunft.“ sagt Dr. Jan Dannenberg, Partner bei Berylls Strategy Advisors, mit Blick auf die zahlreichen M&A-Transaktionen von digitalen Playern, die die Berylls M&A-Studie 2017 offenlegt.
Die M&A-Studie 2017 bewertet die Übernahmemuster von insgesamt 257 Automobilunternehmen, die in und aus der DACH-Region verkauft wurden. Der Umsatzwert aller verkauften Firmen lag bei 41,4 Milliarden Euro – eine rekordverdächtige Zahl. Europa und hier insbesondere Deutschland sind das beliebteste Shoppingziel für Automotive-Unternehmenskäufer. Knapp 42 Prozent der Verkäufe gingen in den außereuropäischen Raum, ein Großteil nach China und Fernost. Umgekehrt kaufen deutsche oder europäische Unternehmen jedoch kaum im asiatischen Raum zu.

RUN AUF DIE DIGITALE TECHNOLOGIE: GROSSES INTERESSE AN KLEINEN FIRMEN.

Die Weiterentwicklung ihrer bereits vorhandenen CASE-Technologien (Connectivity, autonomous Driving, shared Services, E-Mobility) treibt die OEMs wie BMW, Daimler und Volkswagen und Tier 1 Zulieferer (Bosch, Continental, Mahle) gleichermaßen um. Statt digitales Know-how langwierig im eigenen Haus aufzubauen, wird zugekauft. Auch unter Einsatz hoher finanzieller Mittel, wie die umfassende Studie von Berylls Strategy Advisors, die Merger & Acquisitions (M&A oder Firmenübernahmen) der Automobilwelt innerhalb Europas und speziell der DACH-Region (Deutschland, Österreich und Schweiz) zeigt.
Ein Blick auf die Zahl der Digital Player die in 2017 gehandelt wurden, weist ihnen mit 91 Übernahmen oder 35 Prozent, scheinbar einen enormen Transaktions-Anteil der insgesamt veräußerten 257 Unternehmen zu. Die zugehörigen Mitarbeiterzahlen (8,9 Prozent respektive 13.714 Personen) oder etwa der Umsatz der Unternehmen (1,5 Milliarden beziehungsweise 3,8 Prozent vom Gesamtvolumen 2017), rücken die Übernahmen jedoch in ein anderes Licht. Denn nach wie vor ist der weitaus wichtigere Sektor, offensichtlich der Handel mit Zulieferer-Unternehmen die klassische Komponenten herstellen (M&A in 2017: 102 Unternehmen, 15,7 Milliarden Umsatz, 89.000 Mitarbeiter).
Einen Sonderfall stellt die Übernahme von Opel (34.500 Mitarbeiter, 17,7 Milliarden Euro Umsatz) durch den französischen PSA-Konzern dar, denn der Kauf eines kompletten Automobilherstellers fällt aus dem üblichen M&A-Rahmen und hat erheblichen Einfluss auf die Ergebnisse der Betrachtungen.

42 PROZENT DER DEUTSCHEN UNTERNEHMEN GINGEN AN AUSSEREUROPÄISCHE KÄUFER, UMGEKEHRT WAREN ES NUR 1,6 PROZENT.

Insgesamt analysiert die Studie die Verkäufe von Unternehmen, aus den Sektoren: Engineering & Software, Produktionstechnologie, Automobilzulieferer, Fahrzeugproduktion, Vertrieb, After Sales und Mobility Operations. In diesem Firmen arbeiteten 2017 153.450 Mitarbeiter. Offensichtlich hält der Trend zur Konsolidierung innerhalb der Branche weiter an. Interessant ist die starke Tendenz zum Verkauf deutscher und europäischer Unternehmen nach China/Fernost und in den NAFTA-Wirtschaftsraum.
Insgesamt wurden 84 Unternehmen aus dem deutschsprachigen Gebiet mit einem Gesamtumsatz von 34,1 Milliarden Euro ins Ausland verkauft. Dort haben im DACH-Raum beheimatete Unternehmen dagegen lediglich Firmen mit einem kumulierten Umsatz von lediglich zwei Milliarden Euro erworben. Die zugekauften Firmen beschäftigen obendrein nur wenige Angestellte (insgesamt 2.475), während der „Abfluss“ an qualifiziertem Personal an die neuen ausländischen Besitzer mit 62.881 Mitarbeitern ungleich größer ist. Unter den Top 10 der Verkäufe, ging nur ein Unternehmen an einen deutschen Käufer (Solvay S.A.), aber vier nach China (Grammer AG, Bosch Starter Motors Generator Holding, ZF Geschäftsfeld Fahrzeugbediensysteme, Feuer Powertrain).

CHINESISCHE KÄUFER SIND BEI ZULIEFERERN ZWEIT- GRÖSSTE INVESTORENGRUPPE IN DER DACH-REGION.

Wie die genannten Beispiele zeigen, stehen Zulieferer ganz oben auf der Einkaufsliste ausländischer Investoren. Die US-Amerikaner haben mit 18 Übernahmen die größte Anzahl von Firmen aufgekauft, an zweiter Stelle stehen chinesische Investoren mit 12 Zukäufen. Diese Unternehmen vereinen einen Gesamtumsatz von 5,8 Milliarden Euro. Und ihr Verkauf beschleunigt den Bedeutungsverlust des deutschen Zulieferer-Mittelstandes, dem zusätzlich die Marktkonsolidierung zu schaffen macht. Denn wie die Berylls M&A-Studie zeigt, treten vor allem die großen Unternehmen der weltweiten Top 100 Supplier als Käufer auf und stärken damit weiter ihre Bedeutung im Markt. So werden die Großen immer mächtiger.
Der viel beschworene Know-how-Abfluss Richtung China findet dagegen nicht im befürchteten Maß statt. Tatsächlich kaufen chinesische Investoren überwiegend klassische Technik ein, wie das Beispiel der Bosch Starter Motors Generator Holding zeigt. Die Chinesen setzen auf solide Technologie mit dem Prädikat Made in Germany. Ihr Interesse gilt etablierten und renommierten Marken, die über ein erfahrenes Management verfügen und sich in stabilen Geschäftsbeziehungen befinden.
Neben den strategischen Investoren aus der Automobilbranche haben sich Finanzinvestoren als Käufer automobiler Unternehmen als feste Größe etabliert. Sie investieren ebenfalls in traditionelle Werte und sehen bevorzugt deutsche Automobilausrüster und -zulieferer als Ziele. In 2017 haben sie mit 67 Unternehmen 26 Prozent der Transaktionen getätigt. Üblicherweise halten sie ihre Zukäufe etwa fünf Jahre, bevor sie sie weiterverkaufen. Zu den Käufern gehören vielfach chinesische Konglomerate.

FINANZMITTEL FÜR ZUKÄUFE SIND WELTWEIT VORHANDEN, 2018 BLEIBT EIN VERKÄUFERJAHR.

Nicht nur China verfügt über die liquiden Mittel für weitere Zukäufe. Dr. Jan Dannenberg, M&A-Experte: „Tatsächlich ist die Nachfrage nach Übernahmekandidaten in der Autoindustrie höher als die Verfügbarkeit, damit bleibt es 2018 bei einem Verkäufermarkt. Wir beobachten in diesem Jahr noch einmal steigende Preise gegenüber 2017, denn der Automobilsektor gewinnt durch die zunehmende Digitalisierung stark an Attraktivität.“ Das gilt insbesondere auch für finanzstarke Player außerhalb der Branche. Dazu gehören die Venture-Capital-Fonds, die eine relativ neue Käufergruppe am Automotive-M&A-Markt sind. Zusätzlich nimmt der Wachstumsdruck, der auf den Zulieferern lastet, zu und die Finanzierungskosten sind niedrig. Die Berylls-Experten beobachten, dass weiteres Risikokapital für Start-ups im Mobilitäts-Umfeld nach Deutschland fließt. Risikokapital mit dem Wetten auf die Zukunft und die Suche nach den „Automotive Unicorns“ finanziert werden, etabliert sich zunehmend als fester Bestandteil der automobilen M&A-Aktivitäten.
DIALOG

CHRISTIAN BANGEMANN

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