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    SHORT STATEMENT

    WASSERSTOFF ALS BASIS FÜR SYNTHETISCHEN KRAFTSTOFF.

    München, Juli 2019 | Thema: E-Mobility

     

    Aktuelle Studien bezeichnen Wasserstoff, als eine mittel- bis langfristig optimale Lösung um die gesetzten CO2 Ziele zu erfüllen. Eine Diskussion, die sich in regelmäßigen Zeitabständen wiederholt. Bedauerlicherweise seit Jahren ohne einen ernstzunehmenden Durchbruch erzielen zu können. Ist jetzt die Zeit gekommen um in diese Technologie zu investieren?
    Andreas Radics, geschäftsführender Partner bei Berylls Strategy Advisors: „Die aktuelle Diskussion über Wasserstoff als Antrieb für den Individualverkehr führt in die falsche Richtung. Zwar konnten inzwischen die ehemals immensen technischen Herausforderungen rund um die Brennstoffzelle und ihre Infrastruktur weitgehend gelöst werden, aber jetzt geht es um Kundenakzeptanz und Nutzwert der Technologie. Es müssen die gleichen Hürden wie bei der Elektromobilität überwunden werden. Hier wie dort gilt: ohne attraktives Portfolio werden die Kunden kein Interesse zeigen, ohne eine ausreichend verfügbare Infrastruktur werden Kunden ebenfalls kein Interesse zeigen, ohne Kundeninteresse wird kein attraktives Portfolio entwickelt und so weiter.
    Was fehlt, ist ein umfassendes, attraktives Angebot an Brennstoffzellenautos. Die Entwicklung zusätzlicher Modelle würde jedoch massive zusätzliche Investitionen der OEMs bedeuten und zugleich die bereits getätigten Ausgaben für die Elektromobilität auf den Prüfstand stellen.
    Die bestehende Wasserstoff-Infrastruktur ist nicht ansatzweise ausreichend um die Kundenbedürfnisse abzudecken. Das Versorgungsnetz, mit dessen Aufbau bereits 2009 begonnen wurde, ist mit derzeit 71 Tankstellen in Deutschland praktisch nicht existent. Ende 2019 sollen es bundesweit 100 Stück sein, gemessen an 14.500 konventionellen Tankstellen, kaum der Rede wert. Der benötigte Ausbau der Wasserstoff Infrastruktur würde signifikante Investitionen erfordern und dies, nachdem der Ausbau der E-Ladeinfrastruktur bis dato ebenfalls defizitär ist.
    Ist Wasserstoff also der falsche Energieträger? Zumindest ist der aktuell diskutierte Einsatz nicht wirklich zielführend.
    Interessanter wird die Diskussion erst dann, wenn man die Diskussion über Wasserstoff in Zusammenhang mit synthetischen Kraftstoffen führen würde. Als Basis für synthetische Kraftstoffe könnte Wasserstoff zur CO2-neutralen Mobilität erheblich beitragen. Vorausgesetzt, für seine Produktion wird Ökostrom genutzt. Das Bundesumweltministerium hat dazu vor wenigen Tagen ein entsprechendes Aktionsprogramm ins Leben gerufen und rückt die E- oder Synfuels damit stärker in den Fokus.
    Angenommen die Prognosen über die Verfügbarkeit von Ökostrom in Deutschland bis 2030 sind zutreffend, dann wird Ökostrom nicht der limitierende Faktor sein. Dessen Anteil liegt in Deutschland heute schon bei etwa 47 Prozent. Das deutsche Stromnetz reicht aber bereits aktuell nicht mehr aus, um den grünen Strom, der in der Spitze anfällt zu transportieren. Die Zahlen der Bundesnetzagentur belegen die Folgen: Im Jahr 2018 wurden in Deutschland zur Netzstabilisierung mehrfach Ökostrom- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen abgestellt. Dabei kam es zum Ausfall von 5.403 GWh Grünstromproduktion. Das führte wiederum zu Entschädigungsansprüchen der Anlagenbetreiber an die Bundesnetzagentur in Höhe von rund 635,4 Mio. Euro. Auch wenn natürlich nicht der gesamte nicht eingespeiste Ökostrom dezentral in Wasserstoff bzw. in synthetische Kraftstoffe umgewandelt werden kann, reden wir über signifikante Volumina. Die werden in Zukunft weiter ansteigen. Konservativ gerechnet erreichen sie im Jahr 2030 eine Größenordnung, mit der sich rund 7,4 Milliarden Fahrkilometer realisieren lassen. Rund 530.000 mit E-Fuel betankte Autos wären dann in Deutschland CO2-neutral unterwegs.
    Synthetische Kraftstoffe sind damit tatsächlich eine beachtenswerte Alternative für die nachhaltige Mobilität der Zukunft. Nicht zuletzt, weil diese Technologie das bestehende ausgebaute Tankstellennetz nutzen könnte, der Kunde in Bezug auf Reichweite bzw. Mobilitätsverhalten keine Einschränkungen hätte und er das existierende attraktive Modell-Portfolio der Automobilindustrie weiter nutzen kann.
    Natürlich hat auch diese Technologie ihre Herausforderungen. Der Wirkungsgrad der Umwandlung von Ökostrom in E-Fuel muss noch signifikant verbessert werden, selbst wenn für den Prozess auf überschüssige Energie gesetzt wird. Und selbstverständlich kann der Antrieb mit Synfuel nur nachhaltig sein, wenn die Erzeugung über Ökostrom erfolgt.“
    Short Statement downloaden.

    AUTOR

    Andreas Radics
    Geschäftsführender Partner
    andreas.radics@berylls.com

    KONTAKT

    Berylls Strategy Advisors
    T +49-89-710 410 40-0
    info@berylls.com

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